Boeing Boeing

Die Theatergruppe Brand begeistert mit „Boeing Boeing“ zum 40-jährigen Jubiläum

Einen schwungvollen und überaus erfolgreichen Start in ihr Jubiläumsjahr legte die Theatergruppe Brand (TGB) mit der Inszenierung der Boulevardkomödie „Boeing Boeing“ von Marc Camoletti hin. Im Januar 2026, 40 Jahre nach der Gründung des Vereins, präsentierte das Ensemble das turbulente Stück und sorgte bei sechs ausverkauften Vorstellungen für beste Unterhaltung und Lachsalven beim Publikum. Bereits im Vorverkauf im November waren alle Tickets innerhalb eines Tages verkauft – ein deutliches Zeichen dafür, wie groß die Vorfreude in der Region war. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Die moderne und frische Inszenierung durch die gelungene Regie von Veronika Söllner und Jochen Erhardt überzeugte durch flottes Spiel, präzises Timing und einer Mischung aus Humor und modernen Anspruch.

Im Mittelpunkt des Stückes steht Bernhard, ein charmanter Lebemann, der es schafft, gleich drei Stewardessen verschiedener Nationalitäten parallel zu daten. Mithilfe exakt abgestimmter Flugpläne und der tatkräftigen Unterstützung seiner Haushälterin Berta hält er sein Liebeskonstrukt scheinbar mühelos am Laufen. Doch als sich die Flugzeiten ändern und unvorhergesehene Ereignisse eintreten, gerät das perfekt organisierte „Perpetuum mobile der Liebe“ unaufhaltsam aus dem Gleichgewicht.

Herausfordernde Rollen in drei Sprachen

Eine Besonderheit der Brandner Umsetzung war die sprachliche Anpassung und Interpretierung der berühmten Stewardessenrollen. Die TGB setzte auf eine amerikanische, eine französische und eine österreichische Stewardess – jeweils mit authentischer Sprachfärbung und Dialekten. Dies stellte die Schauspielerinnen vor eine außergewöhnliche Herausforderung, die sie mit Bravour meisterten: Hillary (American Spirit Airlines) – gespielt von Elena Reiß, Jaqueline (Air France) – gespielt von Sarah Glowka und Sophie (Austrian Airlines) – gespielt von Julia Kraus überzeugten mit starker Bühnenpräsenz, Sprachgefühl und einer spürbaren Spielfreude, die maßgeblich zum Erfolg des Stückes beitrug. Tobias König verkörpert exzellent den Architekten Bernhard mit Charme, Timing und zunehmender Verzweiflung, je mehr ihm sein ausgeklügeltes System entgleitet. Als Freund Robert, der zunächst staunend das Geschehen verfolgt und schließlich immer tiefer in das eskalierende Chaos hineingezogen wird, überzeugt Max Hars mit lebhaftem Spiel und komödiantischem Gespür. Jahrzehntelang fester Bestandteil der Gruppe ist Veronika Kraus, die ihre spielerischen Fähigkeiten in der Rolle der resoluten Hausdame Berta wieder voll zur Geltung brachte.

Hochdeutsch statt Oberpfälzer Dialekt

Normalerweise für ihre Aufführungen im Oberpfälzer Dialekt bekannt, entschieden sich die Regisseure bei diesem Stück bewusst für Hochdeutsch – ein stimmiger Stilwechsel, der der internationalen Anmutung der Geschichte gerecht wurde.

Modernes Bühnenbild und technische Highlights

Die Inszenierung punktete nicht nur schauspielerisch, sondern auch optisch: Ein modernes Bühnenbild, ergänzt durch digitale Bilderrahmen, Monitore und technische Feinheiten, verlieh „Boeing Boeing“ eine zeitgemäße Atmosphäre. Damit unterstreicht die Theatergruppe eindrucksvoll, dass Amateurtheater durchaus professionellen Ansprüchen gerecht werden kann.

Großer Erfolg nach kurzer Probenzeit

Trotz lediglich zwei Monaten Vorbereitung gelang ein bemerkenswert rundes und energiegeladenes Bühnenergebnis. Insgesamt freute sich die Theatergruppe Brand über rund 1.500 Zuschauer, die die sechs Vorstellungen im Januar restlos füllten und das Ensemble nach jedem Abend mit begeistertem Applaus verabschiedeten. Mit präzisem Timing, pointensicheren Spiel und einem hervorragend eingespielten Ensemble gelang der TGB ein rundum gelungenes Stück.„Boeing Boeing“ wurde damit nicht nur zu einem komödiantischen Höhenflug, sondern auch zu einer eindrucksvollen Landung zum Auftakt des 40-Jährigen Vereinsjubiläums.

Schauspieler: Tobias König, Max Hars, Veronika Kraus, Julia Kraus, Elena Reiß, Sarah Glowka

Regie: Jochen Erhardt und Veronika Söllner